- Transaktionsvolumen im Healthcare-Bereich erreicht im 1. Quartal 2026 rund 1,23 Mrd. Euro und übertrifft damit bereits nach drei Monaten das Gesamtjahresvolumen 2025 (1,22 Mrd. Euro)
- Spitzenrenditen unverändert – für Pflegeheime 5,10 Prozent und für Betreutes Wohnen 4,50 Prozent, ambulante medizinische Versorgung/ MVZ bei 4,75 Prozent
- Starke Nachfrage nach Pflegeheimen sowie ambulanten medizinischen Versorgungseinrichtungen
- 2 großvolumige Transaktionen treiben Q1 Investmentumsatz - Aedifica übernimmt knapp 80 Prozent der Cofinimmo-Anteile; Vital Infrastructure Property Trust verkauft 33 Immobilien im deutsch-niederländischen Portfolio an TPG Real Estate für rund 400 Mio. Euro
Cushman & Wakefield verzeichnete am deutschen Gesundheitsimmobilienmarkt im ersten Quartal 2026 ein Transaktionsvolumen von rund 1,23 Mrd. Euro. Damit liegt das Volumen rund 78 Prozent über dem Auftaktquartal 2025 (Q1 2025: rund 690 Mio. Euro) und übertrifft bereits nach drei Monaten das Transaktionsniveau des Vorjahres.
Jan-Bastian Knod, Head of Healthcare Advisory bei Cushman & Wakefield: „Internationale Investoren setzen 2026 klar auf deutsche Gesundheitsimmobilien. Der hohe Anteil ausländischen Kapitals, kombiniert mit großvolumigen Portfolio-Transaktionen, zeigt das gewachsene Vertrauen in etablierte Betreiberstrukturen und nachhaltige Ertragsmodelle. Besonders die ambulante medizinische Versorgung rückt zunehmend in den Fokus – ein Trend, der angesichts demografischer Entwicklungen und der Transformation des Gesundheitssystems weiter an Bedeutung gewinnen wird.“
Transaktionsvolumen in Q1 2026 steigt deutlich
Im Bereich Pflegeimmobilien belief sich das Transaktionsvolumen im ersten Quartal 2026 auf rund 937 Mio. Euro. Davon entfielen 880 Mio. Euro auf Pflegeheime, während 57 Mio. Euro dem Segment Betreutes Wohnen zuzurechnen sind. Darüber hinaus trägt das Segment der ambulanten medizinischen Versorgungseinrichtungen mit rund 294 Mio. Euro zum Transaktionsvolumen des Gesundheitsimmobilienmarktes bei.
Spitzenrenditen bleiben weiterhin stabil
Seit 2023 bleiben die Spitzenrenditen bei Gesundheitsimmobilien auf einem stabilen Niveau: Pflegeheime verzeichnen 5,10 Prozent, Seniorenresidenzen im Segment Betreutes Wohnen 4,50 Prozent, ambulante medizinische Versorgungseinrichtungen (MVZ) 4,75 Prozent sowie stationäre medizinische Versorgungseinrichtungen (Kliniken) 5,75 Prozent. Es ist von einem weiter gleichbleibenden Niveau für die kommenden Monate zu rechnen.
Internationales Kapital überwiegt
Im ersten Quartal 2026 zeigt sich im Segment Gesundheitsimmobilien eine deutliche Dominanz internationalen Kapitals. Von dem gesamten Transaktionsvolumen in Höhe von 1,23 Mrd. Euro entfallen rund 1,08 Mrd. Euro auf Käufer mit internationalen Kapitalquellen, während lediglich etwa 150 Mio. Euro durch inländisches Kapital gestellt werden. Damit liegt der Anteil ausländischer Kapitalquellen bei knapp 90 Prozent des von uns erfassten Gesamtvolumens und unterstreicht die anhaltend hohe Attraktivität deutscher Gesundheitsimmobilien für internationale Investoren.
Das Transaktionsvolumen ist dabei überwiegend auf Portfolio-Transaktionen zurückzuführen, die mit rund 1,05 Mrd. Euro den überwiegenden Teil des Volumens ausmachen. Einzeltransaktionen spielen im Quartalsverlauf eine deutlich untergeordnete Rolle und tragen lediglich rund 185 Mio. Euro zum Gesamtergebnis bei.
Trend in der medizinischen Versorgung setzt sich fort
Der im Jahr 2025 beobachtete Trend einer zunehmenden Investorenaktivität im Bereich der medizinischen Versorgung setzt sich im ersten Quartal 2026 weiter fort. Mit einem Transaktionsvolumen von 294 Mio. Euro im ersten Quartal 2026 übertrifft das Volumen das vierte Quartal 2025 (134 Mio. Euro) deutlich. Auffällig ist dabei die klare Fokussierung auf die ambulante medizinische Versorgung, auf die das gesamte Transaktionsvolumen im ersten Quartal entfällt.
Strategische Portfolio-Transaktionen im Gesundheitsimmobiliensektor
Aedifica baut seine Position im europäischen Gesundheitsimmobilienmarkt weiter aus. Das Aktientausch-Übernahmeangebot für Cofinimmo wurde im März 2026 erfolgreich abgeschlossen. Mit Vollzug am 10. März 2026 hält das Unternehmen knapp 80 % der Anteile an Cofinimmo. Die Transaktion war zuvor im Januar 2026 von der belgischen Wettbewerbsbehörde unter der Auflage genehmigt worden, Vermögenswerte im Umfang von rund 300 Mio. Euro zu veräußern. Die rechtliche Verschmelzung beider Unternehmen ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.
Der Vital Infrastructure Property Trust (ehemals Northwest Healthcare Properties REIT) hat am 24. Februar 2026 den Verkauf seines deutsch-niederländischen Portfolios an TPG Real Estate vereinbart. Die Transaktion umfasst 33 Gesundheitsimmobilien mit einem Volumen von rund 400 Mio. Euro, wovon etwas mehr als die Hälfte auf den deutschen Teil des Immobilienportfolios entfällt. Der Abschluss (Closing) wird vorbehaltlich üblicher Bedingungen für das zweite Quartal 2026 erwartet.