Der Frankfurter Büroflächenumsatz (Stadtgebiet Frankfurt sowie Offenbach-Kaiserlei und Eschborn) aus Neuvermietungen und Eigennutzungen belief sich in den ersten neun Monaten 2026 nach Auswertungen von Cushman & Wakefield auf rund 260.700 m². Damit liegt das Ergebnis 43 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Nach einem verhaltenen 1. Halbjahr gewann der Markt im 3. Quartal jedoch spürbar an Dynamik: Von Juli bis September lag das Umsatzvolumen bei 115.500 m².
Flächenumsatz beschleunigt sich nach verhaltenem Jahresauftakt – Quartalsumsatz erstmals in diesem Jahr bei über 100.000 m²
Der Flächenumsatz im 3. Quartal 2026 lag mit 115.000 m² rund 48 Prozent über dem Vorquartal (Q2 2026: 78.000 m²) und rund 72 Prozent über dem 1. Quartal 2026 (67.200 m²). Der Rückstand zum außergewöhnlich starken Vorjahr bleibt dennoch deutlich.
Der größte Abschluss des 3. Quartals 2026 war die Neuvermietung von rund 21.700 m² an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Projekt „RAW“ im Teilmarkt Europaviertel/Messe. Es folgte ODDO BHF mit rund 14.700 m² im „Skyper“ im Bankenviertel. Die Airplus International GmbH mietete rund 7.900 m² im „Skylight“ in der City. Zusammen stehen diese drei Abschlüsse für rund 44.300 m² und damit für mehr als ein Drittel des Quartalsumsatzes.
„Frankfurt profitiert weiterhin von seiner besonderen Wirtschaftsstruktur und seiner internationalen Bedeutung. Gerade für Unternehmen mit hohen Anforderungen an Erreichbarkeit, Infrastruktur und internationaler Vernetzung bleibt der Standort ausgesprochen attraktiv. Dies kann dem Markt zusätzliche Impulse geben. Auch wenn die Nachfrage weiterhin selektiv bleibt, Flächenentscheidungen sorgfältig abgewogen werden und Anmietungsprozesse teilweise mehr Zeit in Anspruch nehmen, bietet die strukturelle Stärke des Standorts gute Voraussetzungen für eine stabile Marktentwicklung“, kommentiert Hanjo Theiss, Head of Office Agency & Office Sector Germany sowie Head of Office Agency Frankfurt bei Cushman & Wakefield.
Bankenviertel und Finanzsektor prägen den bisherigen Jahresverlauf
Mit 73.400 m² beziehungsweise 28 Prozent des Flächenumsatzes war das Bankenviertel in den ersten neun Monaten der umsatzstärkste Teilmarkt. Der Teilmarkt Europaviertel / Messe folgte mit 39.400 m² beziehungsweise 15 Prozent, die City mit 30.800 m² beziehungsweise 12 Prozent und das Westend mit 19.100 m² und rund 7 Prozent. Auf diese vier Teilmärkte entfielen zusammen 62 Prozent des gesamten Flächenumsatzes, was die Relevanz von zentralen Lagen bei der Standortentscheidung vieler Unternehmen erneut unterstreicht.Auch auf Nutzerseite spiegelt sich die Bedeutung des Finanzstandorts wider: Banken und Finanzdienstleister führten die Branchenstatistik mit 59.500 m² und einem Anteil von 23 Prozent an. Beratungsgesellschaften sowie die öffentliche Verwaltung folgten mit 26.500 m² beziehungsweise 25.600 m² und jeweils rund 10 Prozent. Bau und Immobilien kamen auf 21.700 m², Anwälte und Notare auf 19.000 m². Die Kombination aus größeren Finanzabschlüssen sowie der BaFin-Anmietung erklärt einen wesentlichen Teil der Belebung im 3. Quartal.
Mietpreisschere bleibt sichtbar - Spitzenmiete steigt weiter an
Die nachhaltig erzielbare Spitzenmiete erhöhte sich zum Ende des 3. Quartals 2026 auf 55,00 Euro/m²/ Monat und liegt damit 6 Prozent über dem Vorjahreswert und 2 Prozent über dem Vorquartal.Die flächengewichtete Durchschnittsmiete notiert dagegen bei 28,40 Euro/m²/Monat und liegt damit rund 16 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.
Hanjo Theiss ergänzt: „Die Entwicklung unterstreicht die zunehmende Spreizung des Marktes: Hochwertige Flächen in sehr guten Lagen können weitere Mietsteigerungen erzielen, während weniger marktgerechte Bestandsflächen unter stärkerem Wettbewerbsdruck stehen.“
Leerstand bleibt hoch - hohe Vorvermietungsquote begrenzt modernes Angebot
Der Büroflächenleerstand lag Ende September 2026 bei rund 1,40 Mio. m². Die Leerstandsquote belief sich auf 12,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhte sich das Leerstandsvolumen um rund 4 Prozent beziehungsweise die Quote um 0,6 Prozentpunkte. Der Anstieg konzentriert sich weiterhin vor allem auf Bestandsflächen, während moderne Flächen in den nachfragestarken Lagen deutlich knapper sind. Während die Leerstandsquote im CBD bei 6,9 Prozent und damit weit unter der Quote des Gesamtmarktes liegt, zeichnen sich peripher gelegene Teilmärkte wie Eschborn oder Offenbach-Kaiserlei durch Leerstandsquoten zwischen 20 bis 30 Prozent aus und liegen damit weit über dem Gesamtmarkt.In den ersten neun Monaten 2026 wurden rund 92.400 m² Bürofläche fertiggestellt. Zu den Fertigstellungen des 3. Quartals gehört unter anderem das Hochhaus „Europa-Allee-Tower“ im Teilmarkt Europaviertel / Messe mit 13.000 m². Gleichzeitig befanden sich Ende September rund 385.800 m² Bürofläche im Bau. Davon waren bereits 72 Prozent vorvermietet oder für Eigennutzer vorgesehen. Die hohe Belegungsquote der laufenden Projekte bestätigt die anhaltende Nachfrage nach modernen und qualitativ hochwertigen Flächen.